Logbuch Von der Idee zum Produkt : Produkteinwanderung mit EORI

Mein Produkt, die Brausteuerung besteht aus vielen elektronischen Komponenten. Diese beziehe ich zum Teil aus China. Dort sind sie einfach auch am Günstigsten zu beziehen, im Vergleich zu einheimischen Bauteilen. Besonders die Herstellung der Platine ist sehr günstig.

Doch damit nicht die ganze Produktion in Deutschland unrentabel wird hat der Staat ein Instrument zur Regelung eingeführt, die Einfuhrgebühren. Überwacht werden diese vom Zoll. Damit der Zoll das Ganze elektronisch erfassen kann, vergibt er jedem geschäftlich handelnden Importeur eine Zollnummer (EORI) .

Zollgebühren entfallen aber erst ab einem Warenwert über 150€ an. Über 22€ muss man die Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Darunter ist alles ganz frei.

Hier hab ich Glück, da ich keinen grossen Bedarf an Waren habe und diese auch noch unter 22€/Lieferung liegen, brauche ich hier nichts weiter zu beachten. Allerdings musste ich doch einmal eine EORI Nummer beantragen, da ich eine Ware für 14€ aus China bestellt hatte und dazu noch die Express Gebühren von 20€ hinzukamen. Bei der 22€ Grenze werden auch die Versandkosten mit betrachtet und da lag ich eben damit darüber.

Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/EORI-Nummer
http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/EORI-Nummer/eori-nummer_node.html
https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/Zollbefreiungen/Aussertarifliche-Zollbefreiung/Sendungen-mit-geringem-Wert/sendungen-mit-geringem-wert_node.html
https://zwieselbrau.wordpress.com/2016/03/30/mikrosikaru-brausteuerung-v3-bluetooth/
http://www.kleinunternehmer.de/faq.htm

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Von der Idee zum Produkt : Schmeiss weg das Ding (WEEE)

Wer elektrische Geräte in Europa in Umlauf bringen will braucht zwingend eine EAR Registrierungsnummer. Dabei handelt es sich um eine Registrierung seines elektronischen Produktes bei der EAR. Diese Stiftung sorgt für die Einhaltung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG). Dieses Gesetz  soll das Recycling der elektronischen Geräte sicherstellen, auch über die Insolvenz eines Unternehmens hinaus. Diese Stiftung sorgt dafür, dass an Recyclinghöfen entprechende Container aufgestellt sind, wo die weggeworfenen registrierten Produkte landen. Anschgließend werden die Container mit dem gesammelten Elektroschrott beliebig, der jeweils produzierten Menge zur Abholung und Recycling verteilt. Natürlich kostet das alles und der Aufwand ist für einen kleinen Hersteller enorm. Wer will schon zB aus Nürnberg gerne einen Schrottcontainer innerhalb einer Woche aus Hamburg abholen? Deshalb haben sich Firmen gebildet, die diesen Service und noch darüber hinaus eine Art Rundum-Sorglos-Packet anbieten. Das kostet natürlcih auch noch einmal Geld. Zur Anmeldung bei der EAR kostet dies einen einmaligen Betrag und dann alle weiteren Kosten hängen von der in Umlauf gebrachten Menge ab. Diese muss einmal im Monat gemeldet werden. Dabei ist die kleinste Einheit eine Tonne. Insgesamt betragen die Laufenden Kosten (ohne Anmledung) ca 400€ / Jahr. Weiterhin ist es wichtig einen Produktaufkleber, der nicht so leicht entfernbar ist sichtbar auf dem Gehäuse des elektronischen Gerätes anzubringen.

Links:
https://www.stiftung-ear.de/
http://www.take-e-way.de/

 

Android Apps auf dem PC in Chrome OS

Android Apps gibt es für das Handy, für das Tablet, für den Fernseher, fürs Auto und für die Uhr. Jetzt ist es möglich seine Android Applikation auch auf eine PC ausführen, ohne einen Emulator extra installieren zu müssen.

Zum Ausführen ist es allerdings Vorraussetzung, dass ein Chrome Browser aktueller Version darauf läuft. Weiterhin muss aus dem Chromeshop ein Plugin Arc Welder (App Runtime for Chrome OS) installiert werden. Diese setzt ein 64Bit OS vorraus. Es ist eine Alternative zu dem Player von Bluestacks.

Läuft beides, so kann über das Plugin die eigene APK geladen werden. Will man allerdings eine APK aus dem Store starten, so muss diese erst heruntergeladen werden. Dies kann zum Beispiel über den APK-Downloader erfolgen, der einen Download Link generiert.

Links:
https://www.google.com/chrome?brand=GGRF&utm_campaign=ww&utm_source=ww-cws-banner&utm_medium=et
https://chrome.google.com/webstore/detail/arc-welder/emfinbmielocnlhgmfkkmkngdoccbadn
https://developer.chrome.com/apps/getstarted_arc
http://www.bluestacks.com/
https://apps.evozi.com/apk-downloader/

Von der Idee zum Produkt : Sicher ist Sicher

Vor ein paar Wochen ist mir irgendwie plötzlich in der Nacht eingefallen, was denn los ist, wenn eine der Ausgelieferten Schaltungen zu brennen anfängt und ein Schaden dabei entstehen würde? In wieweit bin ich da in der Haftung?

Sofort am nächsten Tag habe ich ein wenig nach Informationen gesucht und bin auf Seiten im Internet gestossen, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Generell gilt, dass ich für mein Produkt haftbar bin, selbst wenn ich in der Anleitung alles Ausschliesse und sorgfältig alles verbaut habe. Auch eine umständliche Änderung der Rechtsform in eine beschränkt haftbare nützt hier nicht unbedingt etwas und stellt keinen ausreichenden Schutz vor Zugriff auf das Privatvermögen dar bei durch das Gerät verursachte Schäden. Hier hilft wirklich nur eine Produkthaft- oder Betriebshaftversicherung.

Auf diversen Vergleichsportalen wird mit ziemlich günstigen Angeboten geworben. Nach ein paar kurzen Fragen zum Produkt bekommt man auch eine Angebotsliste und nach ein paar Stunden warten Anrufe von Versicherungsmaklern. Diese stellen dann genauere Fragen zum Produkt. Interessant war auch, dass manche Versicherungen eine Haftpflichtversicherung ablehnen, wenn die elektronischen Komponenten aus China importiert werden. Im grossen und ganzen war die Preisspanne eine Betriebshaftpflichtversicherung von 200 – 1000€ / Jahr. Da ich  mir nicht ganz so sicher war, wieviel Umsatz ich mit dem Produkt machen konnte, entschied ich mich für eine im preislich untersten Segment.

Aufjedenfall kann ich jetzt Nachts wieder gut schlafen.

Von der Idee zum Produkt : Rechtsform

In Deutschland und wahrscheinlich auch im Rest der Welt will jeder Staat an jedem finanziellen unternehmerischen Erfolg ein bisschen Mitverdienen. Damit er das kann, muss jeder Unternehmer sich in einer Rechtsform mit seinem Unternehmen organisieren und sich vom Finanzamt eine Steuernummer geben lassen, unter der dann die Abgaben bezahlt werden sollen.

In unserem Rechtssystem gibt es fast so viele unternehmerische Rechtsformen, wie Teilchen im Quantenzoo. Und ohne ein BWL oder Jurastudium ist es wirklich schwer da sich zurecht zu finden. Angefangen von Einzelunternehmen, GmbH, OHG, KG, HbR und Ltd. Ohne jetzt die Vor- und Nachteile der Unternehmerformen darzustellen, sind die meisten davon mit nicht gerade wenig Aufwand verbunden und die Zeit, die ich als Betreiber eines Nebengewerbes nicht aufbringen möchte und kann. Schließlich bin in ich Ingenieur geworden, um etwas zu entwickeln und produzieren und nicht um Dokumente zu verfassen.

Eine GmbH wäre natürlich schön gewesen, wenn man mal von der hohen Einlage absieht. Die Haftungsbeschränkung macht diese Form besonders attraktiv. Allerdings wird dummes Verhalten damit nicht abgesichert und spätestens bei einem fehlerhaften Produkt kann auch hier schnell das Privatvermögen herhalten müssen. Notarkosten, die umfassendere Buchhaltung und weitere bürokratische Auflagen sind nicht gerade die Dinge, die mir Spass bereiten.

So hab ich mich für die Rechtsform des Einzelunternehmers entschieden und dabei auch noch die vereinfachte Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen. Ich denke nicht, dass ich nebenberuflich mehr als 17.000€/Jahr umsetzen werde und die fehlende Rückerstattung der Mehrwertsteuer bei so kleinen Hardwarekosten wird auch keine grosse Produktkostenreduktion bringen. Und für die Absicherung der Produktrisiken gibt es ja noch die Betriebs- bzw Produkthaftpflichtversicherung (nächster Artikel).

Im übrigen hat die Anmeldung des Einzelunternehmens ca 40€ beim Ordnungsamt gekostet. Danach kam ein Formular zum Ausfüllen vom Finanzamt und 8 Wochen später hatte ich meine Mitgliedsnummer äh Steuernummer.

Von der Idee zum Produkt : Marktanalyse

Will das überhaupt einer haben? Also ohne überheblich zu klingen, aber ohne meine Brausteuerung möchte ich nicht mehr Bierbrauen. Aber sehen das andere genauso? Oder braucht die Welt überhaupt so etwas? Reicht der Funktionsumfang aus? Schließlich stecke ich da ziemlich viel Freizeit und Geld in die Entwicklung und Produktionsfreigabe.

Bevor ich also noch mehr Investiere will ich wissen, ob und wie mein Produkt so ankommt und will mal testen, wie potentielle Kunden auf mein Produkt reagieren. Für meine Zielgruppe gibt es verschiedene Hobbybrauforen. Meine Idee war es in einem der Foren mal meine Steuerung vorzustellen und die Reaktionen abzuwarten.

Kaum hab ich meine Brausteuerung vorgstellt bekam ich innerhalb von einigen Stunden schon die ersten Nachfragen, wo man das denn erwerben kann. Wow, ich war ziemlich üebrglücklich, dass ich auf meiner Entwicklerinsel nicht ganz so daneben lag. Jetzt musste ich auch gleich reagieren. Ich wählte ein paar von den Interessenten aus und fragte sie, ob sie die Steuerung gerne für mich testen würden. Als Entwickler wird man für sein Produkt einfach Betriebsblind und man lernt die Fehler nicht als negativ zu sehen, da man für sich Workarounds gefunden hat. Auch fallen einem gewisse  Hindernisse oder Unverständlichkeiten bei der Bedienung nicht direkt auf.

Ich baute also drei Steuerungen zusammen, verschickte sie und wartetete gespannt auf die ersten Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge. Ein wenig Bammel hatte ich schon vor den Rückmeldungen. Der erste meldete auch dann gleich einen Fehler in der Firmware, der mir nicht aufgefallen ist, obwohl ich die Steuerung ja selber auch einsetze. Aber Produktanwender gehen anscheinend doch auch mal eher über die Grenzen hinaus, als man das selber tun würde. Doch diese Erfahrungen sehe ich als wichtig an und die restlichen Tester waren auch sehr zufrieden mit der Steuerung.

Im Nachhinein kamen so viele Anfragen von Interessierten, dass ich leider diese erstmal vertrösten musste, aber mich bestärkten weiter zu machen.

 

Von der Idee zum Produkt : Der Name

Nun hatte ich aus meiner Idee einen Prototype zum Bierbrauen gebaut. Doch was ist nun der nächste Schritt? Was muss ich machen, um das Gerät nun unter die Leute zu bringen?

Nach meiner Meinung, ist das wichtigste, was man braucht, ein Name, also ein Label unter der ich die Steuerung verkaufen will. Dies soll so eine Art Wiedererkennung für meine Produkte sein. Brausteuerungen werden sicherlich noch von vielen gebaut und verkauft werden, aber meine sollte unter einem Markenlabel laufen.

Einen Namen zu finden ist nicht so einfach. Die Namen, die mir eingefallen sind, waren alle schon vergeben. der name sollte Elektronik und Bier irgendwie verbinden. Neulich hatte ich mal einen Artikel über die Geschichte des Bieres gelesen und da stand, dass das Bier nachweislich  5000 B.C. schon von den Sumerern gebraut worden ist. Ich weiss nicht, ob man dieses Bier mit dem heutigen vergleichen kann, aber ihr Bier nannten sie Sikaru. Klingt ein wenig japanisch aber es bedeutet für mich sowas wie der traditionelle Ursprung des Bieres. Den Begriff wollte ich noch etwas technisieren, um zu zeigen, dass es sich um eine Synthese aus Technik und Tradition handelt. Geboren war mikroSikaru .

Damit mir keiner den Namen klauen konnte, hab ich ihn gleich einmal als DNS Namen mikroSikaru.de reservieren und zugleich ihn über einen Patentanwalt beim DPMA anmelden lassen. Der DNS Eintrag ist noch recht günstig für 12€/Jahr. Die Anmeldung mit Recherche hat mich schon 645€ gekostet und muss nach 10 Jahren verlängert werden (Ich hoffe, ich vergesse das nicht, sollte mein Unternehmen bis dahin erfolgreich sein).

Zusätzlich wollte ich auch ein eigenes Logo für die Software entwickeln. Dies sollte auch wieder eine Synthese aus den Bereichen darstellen, um was es mit der Marke auf sich hat.

brausteierungsapp

Bei dem Paddel im Vordergrund des Logos handelt es sich um eine traditionalle Maischeholz, um die Maische beim Brauen umzurühren. Der Rest, denke ich, dürfte verständlich sein.